August262014

Impfmythen

Ist das wahr? Welche Thesen stimmen? Auflösung nächste Woche…

Beteiligte: 

Olympe: http://bit.ly/olympeyt
Melinda: http://bit.ly/melindayoutube
Christina Krüger
Oliver: http://bit.ly/alpyoutube
Andre: http://bit.ly/nerezyoutube
Marten: http://bit.ly/MartenYouTube

August242014

Früher (2007) … Eine Begegnung - zwei Wirklichkeiten

Julia

„Verdammt!“ der Fluch entwischte meinen Lippen, ohne dass ich groß etwas dagegen machen konnte. Schon Stunden, so zumindest schien es mir, irrte ich mit meinen Schützlingen aus der 6 Klasse, ich selbst war 10., durch den Wald. Ich war als Betreuerin dieses verflucht Geländespiels eingesetzt worden. Man hatte mir den Weg zwar erklärt, aber ich war eine typische Frau mit dem Orientierungssinn einer gerösteten Tomate. Ich verfluchte zum x-ten Mal meine Mitschüler, die mich für diese undankbare Aufgabe erwählt hatten und mir versichert hatten, dass man den Weg auf keinen Fall verfehlen könne:

Gerade aus! Über die Straße! Gerade aus! Über die Straße! Den kleinen, schlammigen Waldweg rechts, dann zum Koppeparkplatz.

Na Prima! Ich hatte natürlich keine Ahnung wo der Koppeparkplatz sein sollte, geschweige denn was für einen kleinen Waldweg sie meinten.

Wir hatten die zweite Straße schon lange hinter uns gelassen, die Mädels maulten schon, Miniaturpunk klagt über Durst, aber ich hatte immer noch keinen kleinen, schlammigen Waldweg gefunden. Ich hob seufzend die Schultern: „Tut mir leid.“

„Miss“, ein Junge dessen Name, wenn ich mich nicht irre, Fabian war, versuchte, in dem er an meinem Ärmel zupfte, auf sich aufmerksam zu machen. „Du kannst mich ruhig duzen“, sagte ich mechanisch. „Wirklich“, fragte er mich schüchtern. „Klar“, antwortete ich ein wenig gereizter als es angemessen war. Ich fand es wirklich entwaffnend, von einem Sechstklässler gesiezt zu werden. Verdammt, ich wurde langsam alt.

„Okay“, sagte der Junge. „Schau mal: Da sind welche aus deiner Klasse.“ Und wirklich dort standen in ca. 150 Meter Entfernung zwei Menschen dicht nebeneinander und amüsierten anscheinend köstlich.

Als wir näher kamen erkannte ich, dass es Karl und Narcissa waren. Wie sie da so vertraut nebeneinander standen und miteinander lachten – wie zwei frisch Verliebte. Ich spürte wie sich meine Gedärme schmerzhaft zusammenzogen und mich eine heftige Woge der Wut und des Hasses auf beide, aber vor allem auf Narcissa, überschwemmte. Nicht zum ersten Mal bemerkte ich, dass ich für Karl, der ein guter Kumpel von mir war, mehr empfand, als mir gut tat. Jede einzelne Körperzelle schrie danach, dass ich auf die beiden zusprintete und Narcissa eine scheuerte. Doch ich unterdrückte diesen irrationalen, kindischen Impuls, der so überhaupt nicht zu meinem eigentlich sanftmütigen Wesen passte.

Erst jetzt fiel mir wieder ein, dass die beiden eigentlich gar nicht zu meiner Gruppe gehörten. Ich ging trotzdem weiter auf sie zu. Ich beschleunigte meine Schritte und ließ meine Schützlinge ein Stück hinter mir.

Ich setzte mein liebenswürdigstes Lächeln auf. Karls sinnlos seliges Lächeln war unübersehbar. Er war schier high von Glücks- und Sexualhormonen. Ich schaute schnell zu Narcissa. „Hi! Sind hier schon andere Sechstklässler vorbeigekommen?“ fragte ich und stellte, zu meiner Zufriedenheit fest, dass meine Stimme nicht vor unterdrückter Wut zitterte, sondern so ausgelassen und vergnügt klang, wie es für den letzten Schultag angemessen war. „Ja“, antwortete Narcissa, auch sie lächelte als könne sie ihr Glück nicht fassen „Evi und ihre Gruppe sind hier zumindest schon vorbeigekommen.“ „Okay“, sagte ich, „na dann, man sieht sich.“

Ich bedeutete meinen Sechstklässlern nicht weiter rumzutrödeln. Je eher ich den beiden Turteltauben nicht mehr beim flirten zusehen musste, desto besser.

Karl

Ich versuchte ein Gähnen zu unterdrücken. Schon seit Stunden wartete ich mit Narcissa auf die nächste Gruppe von Siebtklässlern, die hier vorbeigetrabt kommen müssten. Narcissa war ja eigentlich ganz nett, aber im Augenblick ging sie mir mit ihrem endlosen, geistlosen Geplapper ziemlich auf die Nerven.

Britta wäre eine bessere Gesellschaft gewesen. Mit ihr hätte man wenigstens ein niveauvolles Gespräch führen können. Oder Julia …! Ich hätte mit ihr eine Diskussion über den G8-Gipfel führen können und wenn ich etwas besonders Intelligentes gesagt hätte, hätte sie mich mit großen Augen und offenen Mund angesehen und ich hätte …         

„Meinst du nicht, Karl?“ fragte Narcissa plötzlich und riss mich unsanft aus meinen Träumen. Das Bild von mir und Julia zerplatzte wie eine Seifenblase. „Karl?“ fragte sie noch einmal. „Äh ja, doch“, sagte ich und hatte natürlich keine Ahnung, was sie meinte. Sie fing schallend an zu lachen: „Mensch Karl!“ Herrje, welcher Aussage hatte ich jetzt eigentlich zugestimmt?

Sie redete fröhlich weiter und ich schaute gedankenverloren in den Wald. Zwischen den Bäumen blitzte gelegentlich etwas Knallrotes auf. Ich spürte wie mein Herz einen Schlag aussetzte. Julia hatte heute ein Minikleid in der gleichen Farbe an. 

„Hey, ich hab gerade etwas Rotes im Wald gesehen“, sagte ich und unterbrach Narcissas Redeschwall. Sie hob eine Augenbraue. „Etwas Rotes? Im Wald? Du spinnst! Die Drogenexzesse tun dir nicht gut, Karlchen“, sagte kichernd. Karlchen? – na danke!

Doch ich behielt Recht. Ein paar Minuten später tauchte Julia mit ihrem Gefolge auf. „Schon wieder welche von der anderen Gruppe“, stöhnte Narcissa theatralisch und brach anschließend in fast schon hysterisches Gegacker aus.

Ich betrachtete Julia, die mit einem zuckersüßen Lächeln, auf uns zuschwebte. Sie sah wirklich verboten sexy aus. Ich bemerkte, wie sich meine Gesichtsmuskeln, ohne dass ich etwas dagegen machen konnte, zu einem dämlich Grinsen verzerrten, dass mit jedem Schritt, den Julia näher kam, breiter wurde.

Sie lächelte mir kurz zu, bevor sie sich an Narcissa wandte: „Hi! Sind hier schon andere Sechstklässler vorbeigekommen?“ „Evi und ihre Gruppe sind zumindest vorbeigekommen“, antwortete Narcissa gelangweilt. „Okay“, Julia lächelte noch ein bisschen breiter, „na dann, man sieht sich.“

Sie bedeutete ihren Sechstklässlern ihr zu folgen und schritt zügig von dannen.

Julia

Minipunk und Fabian plapperten lustig in einem fort und versuchten mit allen möglichen Mitteln, meine Aufmerksamkeit zu fesseln, doch es gelang ihnen nicht. Ich war viel zu sehr mit meinen eigenen, trübsinnigen Gedanken beschäftigt.

Was fand Karl bloß an dieser doofen Narcissa? Was hatte sie, was ich nicht hatte, dass er mit ihr vor meinen Augen turtelte und mich komplett ignorierte? Was nur? Was?

Sie war, denke ich, hässlicher als ich. Sie war pummelig und hatte auch ein feistes Gesicht. Sie war nicht gerade intelligent und hatte vollkommen andere Interessen als Karl. Er interessierte sich für Politik und Theater und Literatur. Während Narcissa sich nur für Partys und Punkrock interessierte. Sein Lieblingsbuch war „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi wohingegen das höchstes Literarisches Werk, dass sie je freiwillig gelesen hatte, „Harry Potter und der Feuerkelch“ von Joanne K. Rowling war.

Und zu allem Überfluss behandelte sie Karl, wie einen Vollidioten und er war auch noch so blöd und rannte ihr wie ein Esel hinterher.

Ach! Jungs sind doch alle gleich: Dumm wie Brot.

Karl

Ich schaute ihr solange hinterher, bis auch der letzte Zipfel ihres roten Kleides verschwunden war. - Wirklich eine verdammt klasse Frau, diese Julia.

4PM
August232014

Früher (2008) … Streit

Wie ein Schuss sind seine Worte.
So hart, so kalt, so ungerecht.
Ein Schuss, der sich löst,
Aus dem Nichts. Einfach so.
Er findet sein Ziel.
Dass nie eines seien sollt.

Wie Blut fließen ihre Tränen.
So warm, so feucht, so enttäuscht.
Sollten nie fließen.
Nicht mehr aufzuhalten!
Strömen aus ihrem Herz,
Dass nie sollt gebrochen sein.

August212014

Früher (2008) … Schatten der Vergangenheit

Lieber Michael,

ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ja, es ist mir klar, dass dieser Satz  wie aus einem meiner schlechten Romane klingt und es ist mir auch klar, wie du sie verabscheust, aber da ich diesen Satz einmal geschrieben habe, kann ich ihn auch gleich stehen lassen, denn er drückt genau das aus, was ich fühle: Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht muss ich mir darum ja auch keine Sorgen machen, da du diesen Brief möglicherweise gleich zerrissen hast, aus Wut, weil ich deine zwei Tage Urlaub nutzte um meine Koffer zu packen. Ohne ein Wort. Ohne ein Anzeichen. Ohne Grund? Nur diesen kleinen, handgeschriebenen Brief hinterlassend. Ein weiteres Zeichen für meinen Hang zum Melodramatischen.

Natürlich habe ich einen Grund und natürlich gab es Anzeichen, doch du hast sie gekonnt ignoriert. Im Grunde hast du genauso Angst wie ich, nein, du hast mehr Angst, viel mehr. Du weißt dass sie dich verfolgen, du weißt es so viel besser als ich. So weit wir auch liefen, sie sind hinter dir her. Nachtmahre und andere Schatten deiner Vergangenheit greifen dich zu hunderten an. Ich stellte mich zwischen sie und dich. Ich verteidigte dich mit meinem Leben, denn ich liebe dich. Ja, ich liebe dich immer noch, trotz der unverheilten Narbe auf deiner Seele. Doch ich selbst bin schwach und ich blute aus hundert Wunden, die deine Nachtmahre mir zugefügt haben. Ich kann nicht mehr. Weil mein Kampf sinnlos, so schrecklich sinnlos, ist! Für jedes deiner Ungeheuer, das ich erlege, entspringt ein neues aus dem eitrigen Geschwür in deinem Herzen.

Ich würde dir ja so gerne helfen, doch wie soll ich? Du redest ja nicht mit mir. Du tust alles mit einem verächtlichen Wink ab.

Weißt du eigentlich, dass ich dich beobachtete, wenn du grundlos ausrastetest und deine ohnmächtige Wut wieder an mir ausließest, oder wenn du im Schlaf leise weintest. Jedes Mal fragte ich mich dann, was damals vor 20 Jahren vorgefallen ist, als man den sechsjährigen Jungen, der du damals gewesen warst, schreiend und heulend in seinem demolierten Zimmer fand, dass er selbst systematisch zerlegt hatte. Was war der Grund für dieses Verhalten und warum hat sich dann das Jugendamt deiner angenommen? Nichts, sagst du, denn du hast ja keine Vergangenheit, nur eine Gegenwart und hoffentlich eine Zukunft.

Ein Mensch besteht aber leider nicht nur aus seiner Gegenwart. Er ist ein Produkt seiner Umwelt. Auch du. Ich kann mit deiner unaufgearbeiteten Vergangenheit nicht leben. Es tut mir leid!

Mit den besten Grüßen und Wünschen

Henrietta 

August192014
August182014
8PM
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